Dienstag, 8. September 2015

Weitere emotionale Hürden, die Dich am Abnehmen hindern (Teil 2)


Ich habe Dir ja schon vor einiger Zeit von den emotionalen Hürden erzählt, die Dir beim Abnehmen im Weg stehen können. Da hilft die ganze gesunde Ernährung und der tägliche Sport wenig, wenn der Kopf einfach nicht mitspielt und Du Dir immer wieder selbst im Weg stehst. Der zweite Teil des Artikels beschäftigt sich mit weiteren Hindernissen auf dem Weg zum schlanken Ich. 


4. Ich muss aufessen!

Iss Deinen Teller leer! Essen wirft man nicht weg! Denk an die Kinder in Afrika! Iss, damit Du groß und stark wirst. Kennst Du diese Einwände aus Deinem Elternhaus oder nutzt Du sie sogar selbst Deinen Kindern gegenüber? Irgendwann bist Du dann groß und gar nicht mehr stark, sondern nur noch fett und schwach.

Du kannst natürlich versuchen mit diesen Glaubenssätzen abzunehmen, aber ich bin mir ziemlich sicher, wenn sie in Dir stecken, werden sie dich immer wieder dazu bringen mehr zu essen, als Du eigentlich möchtest. Du wirst kämpfen müssen und Kampf kostet viel zu viel Energie, die Du anders nutzen solltest.

Aber darauf musst Du erstmal kommen. Gibt es solche Sätze in Deinem Kopf? Gab es sie in Deiner Kindheit oder Jugend? Dann haben sie sehr wahrscheinlich auch heute noch großen Einfluss auf Dein Essverhalten und sorgen dafür, dass Du kaum eine Chance hast. Denn wenn Du bewusst abnehmen willst, aber unbewusst in Deinem Kopf immer wieder jemand sagt: „Iss auf, essen wirft man nicht weg. Denk an die Menschen, die weniger haben...“, oder ähnliches, wirst Du nie lernen, auf Deinen Hunger zu hören. Du wirst die Zeichen Deines Körpers gar nicht deuten können, wann Du längst satt bist, weil Du es nicht gelernt hast. Aber das kannst Du nachholen!

Beschäftige Dich mit Deinen Glaubenssätzen, schau genau hin: Was stimmt für Dich? Was ist für Dich richtig und wichtig? Was verändert sich, wenn Du Deinen Teller nicht leer ist. Du musst nichts wegwerfen, wenn Du dabei kein gutes Gefühl hast. Hier ein paar Tipps wie Du trotz Glaubenssätze die Kurve bekommst:

  • Kauf Dir tolle kleine Boxen mit Deckel, die Du nutzen kannst um Dein Essen in den Kühlschrank zu packen. Wenn Du wieder Hunger hast, kannst Du es immer noch aufessen.
  • Koch weniger. Nicht jeder mag drei Tage das gleiche Essen. Wenn Du nur eine Person bist, koch auch nur für eine Person.
  • Nutze kleinere Teller und/oder füll Dir weniger Essen auf Deinen Teller, damit nichts übrig bleibt.
  • Wenn Du nicht weniger kochen kannst und Sonderangebote nutzen willst: Teile Dein Essen direkt in mehrere Portionen auf und friere ein, was Du nicht gleich essen willst.


Lerne Deinen Hunger genauer kennen, lass Dir viel Zeit beim Essen und fühle immer wieder in Dich hinein, ob es Dir noch gut geht oder das Essen vielleicht schon gar nicht mehr schmeckt.

5. Wenn Essen Liebe ist und Schokolade tröstet.

Als Kind warst Du schon übergewichtig, eigentlich kennst Du es gar nicht anders. Wann immer Du von Deinen Eltern gelobt wurdest, war Essen im Spiel. Für gute Noten, ging es in die Eisdiele, für erwünschtes Verhalten wurde die Schublade mit den Süßigkeiten geöffnet und Du durftest Dir etwas aussuchen. Später, als Du Deine erste eigene Wohnung bezogen hast, hat die Einsamkeit Dir schnell gezeigt, das Zucker und Fett für Dich Liebe und Trost bedeuten können. Den Stress im Büro kannst Du ohne Schokoriegel gar nicht überstehen und das Gemecker der Nachbarn lässt sich mit Chips und Cola viel besser ertragen. Du hast gelernt: egal welches Gefühl, es ist besser mit Essen.

Du hast kaum eine Chance abzunehmen, wenn Du Wertschätzung, Liebe und Trost nicht auf andere Art und Weise findest.

Essen ist Nahrung für Deinen Körper, nicht für Deine Seele. Wenn Du Dich gut fühlen möchtest, finde für Dich heraus, was Du tun kannst, damit Du Dich gut fühlst. Hör Musik, die Dir gefällt, genieße ein warmes Bad, geh zum Friseur, pflege Deinen Körper, telefoniere mit einer guten Freundin oder einem Freund. Schreib Tagebuch, such Dir ein interessantes Hobby, das Dich ausfüllt. Aber Essen ist nicht die Lösung Deiner Probleme! Überernährung ist kein Lob und keine Liebe, sie schadet Deinem Körper und macht Dich krank!


6. Das darfst Du nicht.

Wenn Du schon in der Kindheit kontrolliert wurdest, es niemals Fast food bei Dir zuhause gab und jede Portion genau abgemessen war, ist Essen für Dich heute vielleicht ein großer Schlag ins Freie. Wenn Deine Kindheit und Jugend geprägt war von Ausgangssperre, Fernsehregeln, Haushaltsplänen und genauen Zeiten, wann und wie lange Du Freunde treffen durftest, ist Dein Essverhalten heute vielleicht die große Revolution.
Endlich Freiheit, endlich tun und lassen was Du willst. Okay, ein paar Regeln gibt es da draußen, aber wer bitte will Dir denn verbieten, was zu essen?
Die meisten Diäten scheitern daran, dass Dir verboten wird, gewisse „böse“ Lebensmittel zu essen. Sie sollen schlecht sein, deshalb sollst Du sie weglassen. Außerdem sollst Du 5 Stunden gar nichts essen, oder morgens ganz viel und ab 18 Uhr nichts mehr und mittags wenig. Abends ohne Kohlenhydrate und überhaupt, am Besten mal ein paar Tage gar nichts essen.
Aber nicht mit Dir!

Du hast Programme in Deinem Kopf, die gar keine Diät oder Ernährungsumstellung zulassen. Niemand darf Dich kontrollieren, nicht mal Du selbst. Gibt es trotzdem Möglichkeiten für Dich abzunehmen? Ja!

Aber Du musst ganz kleine Schritte gehen. Verbiete Dir nichts, finde eine Ernährungsumstellung die sich für Dich machbar anhört. Lerne damit umzugehen, dass es dauern wird. Verurteile Dich nicht, wenn Du mal einen Tag einknickst und mehr isst oder das vermeintlich Falsche isst. Du bist ein Mensch und Du darfst auch mal an gar nichts denken. Morgen ist ein neuer Tag und weiter geht es mit Deiner Ernährungsumstellung.

Du tust das nur für Dich und Deinen Körper, also tu es auf die Art und Weise, die Dir gut tut. Wenn es ein Jahr dauert, bist Du 10kg abgenommen hast: egal. Wenn Du nur 5kg in einem Jahr schaffst: egal! Aber du kommst voran und bleibst am Ball! Behalte Dein Ziel im Auge und geh jeden Tag einen Schritt darauf zu! Das ist nicht nur bei Ernährungsfragen die beste Strategie.

Manchmal ist uns gar nicht klar, was uns wirklich im Weg steht, wenn wir ein Ziel erreichen wollen. Es lohnt sich immer einen Blick nach Innen zu werfen, sich selbst zu fragen, warum wir in diesem Moment ins Stocken geraten und nicht weiterkommen. Werde Dir bewusst, was die wirklichen Hintergründe sind, die Dich vom Weg abbringen wollen. Ich bin sicher, Du wirst interessante Entdeckungen machen.


Ich wünsche Dir den Mut und die Kraft, Deine Ziele anzugehen und zu erreichen! Denk daran: Wenn Du es allein nicht schaffst, ist es kein Zeichen von Schwäche, wenn Du Dir Hilfe suchst! Schwach bist Du nur, wenn Du aufgibst.  

Den ersten Teil dieses Artikels findest Du hier: 


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